Freitag, 19. September 2014

Community Let's Read #1




Hier findest Du den kompletten ersten Part des Let's Read-Projektes noch einmal in Schriftform. So kannst du Namen und Handlung noch einmal nachlesen bevor Du Dir Gedanken darüber machst wie es im kommenden Part weitergehen soll... 




Community Let's Read #1

Becky strich sich ihr langes rotes Haar aus dem Gesicht und blickte über die trübe Wasseroberfläche. Der Wind peitschte ihr ins Gesicht, gepaart mit kalten Regentropfen, doch sie empfand es als erfrischend und belebend. Zu lange war sie nicht mehr hier raus in die Natur gekommen. Zu lange schon hatte sie nicht mehr den wundervollen Ausblick über den See bis hinüber zum Nadelwald genossen. Trotz des herannahenden Unwetters zogen einige große Vögel ihre Bahnen über den See und den Wald. Blätter raschelten und die Baumkronen wogen sich sanft im kalten Herbstwind. 
Das war es. Schottland. Loch Ness. Ihr zu Hause. So unbändig die Natur auch war, so einzigartig und atemberaubend schön war sie auch. An keinem anderen Ort der Welt hätte Becky in diesem Augenblick lieber sein wollen. Und sie hatte so viel nachzuholen. Nach all den Jahren, in denen sie im inneren dieser kleinen Wohnung ihr Dasein gefristet hatte - ohne die Gewissheit die Schönheit der Natur jemals wieder so genießen zu können. Doch nun stand sie hier. Frei. Aus eigenen Stücken. Und es fühlte sich so verdammt richtig an...

Naja... fast. Sie wusste, sie war nicht wie andere junge Frauen. Ihre Fähigkeiten würden sie noch immer in große Schwierigkeiten bringen können. Das wusste sie, wenngleich sie auch fühlte, dass sie nunmehr im Stande war sie zu kontrollieren. Und dann war da noch er. Drake. Der einzige, der sie immer unterstützt hatte. Ihr einziger Freund. Leidensgenosse. Mh... die meisten Frauen die Becky kannte hätten wohl alles dafür getan,

diesen Mann für sich zu gewinnen. Hochgewachsen, gut aussehend, mit dunklen Haaren und dazu erstaunlicherweise helle, eisblaue Augen. Er war nicht gewöhnlich. Genauso wenig wie Becky. Und das machte die beiden zu so etwas wie Geschwistern. Im Herzen. Nicht mehr und nicht weniger. Und so konnte sie ihm auch trotz alle dem, was in den vergangenen Jahren vorgefallen war, rein gar nichts übel nehmen...
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Drake lies den Blick über das weite, grüne Feld schweifen. Die Aussicht, welche er durch die deckenhohen Fenster seines Wintergartens genoss, war beruhigend.

Er nahm einen tiefen Atemzug und beobachtete für einen Augenblick die kleinen Wassertropfen, die das Glas hinunter liefen und seine Sicht nach draußen behinderten. Es dämmerte bereits. Nicht mehr lange und tiefe Dunkelheit würde sich über Wiesen, Felder und Wälder legen.  Sollte er Becky suchen gehen? Nein. Schließlich hatte sie diese Entscheidung aus eigenen Stücken getroffen und war wahrlich alt genug, um auf sich selbst aufzupassen. Schon viel zu lange hatte er schützend seine Hand über sie gehalten. Vielleicht war es an der Zeit einfach abzuwarten was passieren würde. Vielleicht schon heute Nacht ...